„Wenn ein neues EuGH-Verfahren schiefgeht, bleibt das Rx-Versandverbot“

Niedersachsens Kammerpräsidentin Magdalene Linz leitet amheutigen Mittwoch in Hannover ihre letzte Kammerversammlung – Linz hatteangekündigt, bei den anstehenden Kammerwahlen nicht mehr zu kandidieren. Inihrem Bericht zur Lage kommentierte Linz – wie gewohnt mit spitzer Zunge – die aktuelleapothekenpolitische Lage. Sie stellte klar, dass es nicht die Apotheker gewesenseien, die vom Rx-Versandverbot abgerückt sind. Und: Sollte ein weiteresEuGH-Verfahren scheitern, müsse man sich auf das Rx-Versandverbot zurückziehen,forderte Linz.

Magdalene Linz führt als Präsidentin eine der größtenApothekerkammern Deutschlands: Die Kammer Niedersachsen hat rund 7000Mitglieder, mit etwas mehr als 1900 Betriebsstätten hat Niedersachsen dieviertmeisten Apotheken in Deutschland. Und auch von der Entscheidungsreichweiteist die Kammer Niedersachsen eine besondere: Im Gegensatz zu den meistenanderen Kammern hat die Kammer Niedersachsen gleichzeitig die Aufsicht über dieApotheken im Land inne.

Doch an der Spitze der Kammer Niedersachsen zeichnen sicheinige Personalwechsel ab. Gegenüber DAZ.online hatte Linz im August 2018bereits angekündigt, dass sie bei den Kammerwahlen in diesem Sommer nicht mehrantreten werde. Linz begründet ihre Entscheidung mit privaten Beweggründen.Nach 19 Jahren Berufspolitik reiche es einfach, so die Kammerpräsidentin. Ihrebeiden Apotheken wolle sie gemeinsam mit ihrer Tochter weiterbetreiben, alsDelegierte werde sie allerdings nicht mehr kandidieren.

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Ihr letzter Bericht zur apothekenpolitischen Lage fiel amheutigen Mittwoch in Hannover wie gewohnt angriffslustig aus. Natürlichbeschäftigte sich Linz in erster Linie mit den neuen Apotheken-Eckpunkten ausdem Bundesgesundheitsministerium (BMG). Dass in dem Papier nun dieGleichpreisigkeit enthalten ist, bezeichnete sie als erfreulich und erinnertedaran, dass es den Apothekern immer um das Ende der Ungleichbehandlung gegangensei. Wichtig sei nur, dass die Lösungen rechtssicher sind, so Linz.

In diesem Zusammenhang attackierte sie mehrere Politiker ausden Regierungsfraktionen. Zur Erklärung: Die ABDA-Mitgliederversammlung hatte imJanuar beschlossen, als Reaktion auf die Pläne des BMG fortan in erster Liniedas Rx-Boni-Verbot zu fordern und das Rx-Versandverbot zunächstzurückzustellen. Im Anschluss kommentierten unter anderemBundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Karin Maag(gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion), dass die ABDA vom Verbotabgerückt sei. Linz bezeichnete dies als „heuchlerisch“. Denn: „Wir haben einenMinister, der das partout nicht will. Wie sollen wir bitte seine Meinungändern? Das ist nicht unsere Aufgabe, sondern die Aufgabe der Abgeordneten.“

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