Apothekerverband Sachsen-Anhalt gibt grünes Licht für GEDISA

Der Apothekerverband Sachsen-Anhalt will sich als Gesellschafter an der neuen Digitalgesellschaft GEDISA beteiligen. Dafür stimmte die Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag in Dessau. Verbandschef Mathias Arnold erläuterte, welche Aufgaben die GEDISA übernehmen soll – und erhöhte den Druck auf den AVWL, der noch immer zögert, ob er sich beteiligen wird oder nicht.

Die Apothekerverbände Deutschlands planen, eine neue wirtschaftende Tochter zu gründen: die Gesellschaft für digitale Services der Apotheken (GEDISA). Nach und nach geben sie dafür auf ihren Mitgliederversammlungen grünes Licht – so auch der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt (LAV SA) am vergangenen Samstag in Dessau.

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Die Web-App ist da – aber nur für Verbandsmitglieder

Hintergrund ist, dass die Verbände das Apothekenportal, über das die Apotheken derzeit zum Beispiel schon digitale Impfzertifikate ausstellen, deutlich ausgebaut werden soll. Einige weitere Funktionen sind seit Ende Oktober freigeschaltet. Aktuell sind über die Basisversion der Web-App etwa Anfragen zur Verfügbarkeit von Arzneimitteln, zu Beratung und Selbstmedikation sowie zu Lieferungen und Terminen in der Apotheke möglich. Über den Scan eines QR-Codes oder über den Aufruf der Webseite www.mein-apothekenmanager.de kann die Anwendung auf dem Smartphone hinterlegt werden. Sie muss nicht aus einem App-Store heruntergeladen werden.

Benachrichtigung bei Anfrage geplant

LAV-Chef und ABDA-Vize Mathias Arnold kündigte an, schon bald werde es weitere Neuerungen geben. So sollen Apotheken künftig eine Nachricht erhalten, wenn potenzielle Kundinnen und Kunden Anfragen über das Portal stellen. Derzeit ist das nicht der Fall – ein massiver Kritikpunkt der Apothekerschaft. Wie Arnold am Rande der Veranstaltung gegenüber der DAZ erläuterte, ist zunächst vorgesehen, dass bei Anfragen ein Fax oder eine E-Mail ans Backoffice geht. Dies soll bereits in Kürze möglich sein. „Wir reden hier über wenige Tage“, versprach er.

Eine langfristige Lösung soll das jedoch nicht sein. Perspektivisch hält Arnold es für wichtig, dass die Apothekenteams Anfragen direkt im Warenwirtschaftssystem angezeigt bekommen. Hierzu sei man bereits mit den WaWi-Herstellern im Gespräch. Ziel sei es, gemeinsam die dafür nötigen Schnittstellen zu schaffen.

Keine „Software-Schmiede à la SAP“

Grundsätzlich soll die GEDISA nicht als „Software-Schmiede à la SAP“ dienen, erklärte Arnold vor der Mitgliederversammlung. Ihr komme eher eine koordinative Funktion zu. „Ein Großteil der Entwicklungsarbeit wird fremdvergeben werden.“ Was die Finanzierung des Portals betrifft, betonte der LAV-Vorsitzende, dass es sich hierbei nicht um eine Leistung des Deutschen Apothekerverbands handele. Der DAV verwalte lediglich treuhändisch das Geld der Verbände, die planmäßig als Gesellschafter der GEDISA auftreten werden. Arnold betonte, dass außer ihnen niemand bei der GEDISA mitmischen werde und die Gesellschaft so völlig unabhängig von Dritten agieren können wird.

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