Mandeloperationen bei Kindern fast immer unnötig

Mandeloperationen bei Kindern fast immer unnötig

Mehr Mandeloperationen als nötig

Häufige Halsentzündungen führen oft dazu, dass Ärzte empfehlen, doch die Mandeln entfernen zu lassen. Zwar werden Mandeloperationen (Tonsillektomien) inzwischen nicht mehr ganz so häufig durchgeführt wie früher, doch ist die Zahl noch immer viel zu hoch, wie aktuelle Studienergebnisse zeigen – insbesondere bei Kindern.

Forscher der University of Birmingham analysierten die Daten von mehr als 1,6 Millionen Kindern aus den Jahren 2005 bis 2016. Es zeigte sich, dass von 18.271 Kindern, die innerhalb dieses Zeitraums an den Mandeln operiert wurden, nur 11,7 Prozent die Vorgaben erfüllten (häufige Halsentzündungen), die eine Operation überhaupt erst gerechtfertigt hätten.

effective nature
Probiotikum für Kinder

Verdauung ⟩ Probiotika & Kuren

Jetzt einkaufen

effective nature
Probiotikum flüssig

Verdauung ⟩ Probiotika & Kuren

Jetzt einkaufen

Tausende Kinder werden ohne ausreichenden Grund operiert

Am 6. November 2018 erschien die Studie im British Journal of General Practice. Darin schrieben die Forscher, dass jährlich 32.600 Kinder eine vollkommen nutzlose Mandeloperation über sich ergehen lassen müssen. Die Kosten belaufen sich dafür auf 36,9 Millionen Pfund.

Gleichzeitig werden viele Kinder, die von einer solchen OP profitieren würden, nicht operiert. Von 16.764 Kindern, die so häufig an einer Halsinfektion litten, dass ihnen eine Mandeloperation aus Sicht der Schulmedizin helfen könnte, wurden nur 13,6 Prozent operiert.

Leitlinien für Mandeloperationen bei Kindern

Die derzeitigen Leitlinien für eine Tonsillektomie sehen vor, dass ein Kind entweder mehr als sieben dokumentierte Halsentzündungen im letzten Jahr haben muss, mehr als fünf jährliche Halsentzündungen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren oder mehr als drei jährliche Halsentzündungen in drei aufeinanderfolgenden Jahren.

Die Wissenschaftler jedoch stellten fest, dass bei den operierten Kindern 12,4 Prozent fünf bis sechs Halsentzündungen in einem Jahr hatten (also nicht mehr als sieben wie vorgeschrieben). 44,7 Prozent hatten gar nur zwei bis vier Halsentzündungen gehabt und knapp 10 Prozent sogar nur eine Halsentzündung.

Zahl der Halsentzündungen nimmt bei Kindern von allein wieder ab

Dr. Tom Marshall, Professor für Allgemeinmedizin an der University of Birmingham sagte:

Nur wenn Kinder wirklich sehr viele Halsentzündungen pro Jahr haben, lässt sich eine etwas schnellere Verbesserung der Beschwerden dank einer Mandeloperation beobachten, so dass hier eine Tonsellektomie aus Sicht der Schulmedizin gerechtfertigt sein könnte.

Mandeloperationen bei Kindern selten sinnvoll

Wenn Kinder aber eine geringere Zahl an Halsentzündungen pro Jahr haben (unter fünf bis sieben), dann profitieren diese nicht von einer Operation, da erfahrungsgemäss die Zahl der Entzündungen so oder so im Laufe der Folgejahre weniger wird.

Professor Marshall bezweifelt sogar, dass eine Mandeloperation überhaupt jemals sinnvoll und hilfreich für Kinder sein könnte. Ja, dass Kinder von Mandeloperationen unter Umständen mehr Schaden davontragen, da diese Operationen die Entwicklung chronischer Erkrankungen im Erwachsenenalter fördern können.

effective nature
Chelatiertes Zink

Mineralstoffe ⟩ Zink

Jetzt einkaufen

effective nature
Vitamin-C-Pulver

Vitamine ⟩ Vitamin C

Jetzt einkaufen

Erhöhtes Risiko für Asthma und Atemwegsinfekte nach Mandeloperation

Offenbar steigt bei operierten Kinder das Risiko für Asthma und Atemwegsinfekte im Erwachsenenalter, wie eine Studie an 1,2 Millionen Kindern ergab, die im Juli 2018 im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde. Die Untersuchung fand jedoch zahlreiche Kritiker, u. a. da man darin die Gründe für die Mandeloperationen nicht berücksichtigt habe und die durchführenden Forscher keine Ärzte waren.

Was jedoch bei all den Diskussionen rund um die Sinnhaftigkeit von Mandeloperationen selten Beachtung findet ist: Warum kommt es überhaupt zu so häufigen Halsentzündungen? Warum schwellen die Rachen- und Gaumenmandeln an und entzünden sich so oft?

Was ist der Grund für häufige Hals- und Mandelentzündungen?

Laut zahlreicher Erfahrungsberichte und auch unseren eigenen Erfahrungen gemäss ist hier oft eine Milchunverträglichkeit der Auslöser. Erhalten die Kinder keine Milchprodukte mehr, dann schwelleln die Mandeln ab und entzünden sich kaum mehr. Die Infektanfälligkeit der Kinder nimmt ab, auch Ohrentzündungen treten kaum mehr auf. (Es handelt sich nicht um eine Lactoseintoleranz, sondern vermutlich eher um eine Reaktion auf das Milcheiweiss).

Berücksichtigt man diese mögliche Ursache nicht, dann kann es sein, dass nach der Mandeloperation zwar keine Mandelentzündungen mehr auftreten (es sind ja keine Mandeln mehr da), die Zahl der Atemwegsinfekte aber wird nicht geringer. Streicht man dann Milchprodukte, geht es dem Kind plötzlich viel besser. Die ständige Verschleimung der Atemwege ist weg – und treten doch einmal Erkältungen auf, dann handelt es sich nur noch um eine kurzfristige Angelegenheit und nicht mehr um eine wochenlange Quälerei.

Natürlich müssen Milchprodukte nicht bei jedem Kind die Ursache sein, es lohnt sich jedoch, darüber nachzudenken und bei Bedarf die Sache einige Monate lang auszutesten!

Probiotika reduzieren das Risiko für Mandelentzündungen

Weitere mögliche Ursachen für übermässig häufige Mandelentzündungen sind ein insgesamt geschwächtes Immunsystem, möglicherweise eine Vitalstoffunterversorgung oder auch eine unausgeglichene Darmflora. Entsprechende Massnahmen zielen sodann auf die Stärkung des Immunsystems, auf Behebung möglicher Vitalstoffmängel (Zink, Vitamin D, Vitamin C etc.) und auf eine Symbioselenkung der Darmflora mit passenden Probiotika.

Bezüglich Probiotika erschien im Jahr 2016 eine Studie, in der sich zeigte, dass die Einnahme eines bestimmten probiotischen Bakterienstammes (Streptococcus salivarius BLIS K12) bei 88 Prozent der Studienteilnehmer (Kinder) dazu führte, dass diese in den 90 Tagen der Probiotika-Einnahme keine Halsinfektionen mehr erlitten hatten. In der Placebogruppe waren es nur 22 Prozent der Kinder, die ohne Infekte blieben.

Auch in den neun Monaten nach Beendigung der Studie, als die Kinder also schon längst keine Probiotika mehr nahmen, zeigte die Probiotikagruppe deutlich weniger Infektionen, als dies noch vor der Einnahme der Fall war und auch im Vergleich zur Placebogruppe.

Sollte Ihr Kind dann doch einmal einen Infekt erwischt haben, dann finden Sie hier sanfte Hausmittel zur Linderung.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen