Durchfallerreger in jedem zweiten Hähnchen: Wie Sie sich vor Bakterien schützen

Durchfallerreger in jedem zweiten Hähnchen: Wie Sie sich vor Bakterien schützen

In jedem zweiten Hähnchen stecken Erreger, die zu Durchfall führen können. Das hat eine amtliche Kontrolle von frischem Hähnchenfleisch im Einzelhandel ergeben. FOCUS Online erklärt, wie Sie sich vor den Bakterien schützen.

In 211 von 407 untersuchten Hähnchen-Proben haben Tester den Erreger Campylobacter gefunden. Das entspricht 52 Prozent. Campylobacter kann Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber auslösen – in seltenen Fällen auch eine schwerwiegende Nervenerkrankung oder Gelenkentzündung.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatte den Test durchgeführt. Es hatte auch Masthähnchen direkt in den Schlachthöfen untersucht und den Erreger dort sogar bei 78,8 Prozent der Tiere gefunden.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Sie bei der Zubereitung von Hähnchenfleisch folgende Tipps des Bundesinstituts für Risikobewertung beachten:

1. Gabel oder Zange verwenden

Wer Geflügel mit den Händen berührt, kann die Keime auf andere Lebensmittel oder Küchenutensilien übertragen. Holen Sie es daher lieber mit einer Gabel oder Zange aus der Verpackung. Beim Grillen verwenden Sie am besten zwei unterschiedliche Zangen für rohes und gegartes Fleisch.

Beim Abspülen von Fleisch können sich die Keime durch Wasserspritzer in der Küche verbreiten. Geben Sie es daher direkt in die Pfanne, den Kochtopf oder den Backofen.

2. Ausreichend erhitzen

Campylobacter lassen sich durch Erhitzen abtöten, etwa beim Kochen oder Braten. In der Tiefkühltruhe sterben Campylobacter nicht vollständig ab. Um sicherzugehen, dass alle Bakterien abgetötet sind, sollte das Fleisch im Kern mindestens zwei Minuten lang eine Temperatur von 70 Grad erreichen. Geflügel sollten Sie durchgaren, bis es überall eine weißliche Farbe hat. Der austretende Fleischsaft sollte klar sein.

3. Reihenfolge beachten

Bereiten Sie zuerst Lebensmittel zu, die nicht erhitzt werden oder ein geringes Keimrisiko haben, wie Salat oder Gemüse. Erst danach ist Fleisch an der Reihe. So verhindern Sie, dass Keime über Arbeitsflächen, Hände oder Messer vom Fleisch auf andere Lebensmittel übergehen.

4. Regelmäßig Hände und Utensilien waschen

Waschen Sie sich beim Kochen regelmäßig mit warmem Wasser und Seife die Hände, um Keime zu entfernen. Oberflächen und Geräte sollten Sie mit möglichst heißem Wasser und Spülmittel reinigen und gründlich abtrocknen, wenn sie mit Geflügel in Berührung gekommen sind.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hatte eine schriftliche Anfrage zur Qualität des Hähnchenfleischs im deutschen Handel gestellt. Das berichtet die „Rheinische Post“. Die Bundesregierung hatte daraufhin den Test des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vorgelegt, der bereits im Jahr 2017 durchgeführt worden war.

Entsprechende Tests hatte es bereits in der Vergangenheit gegeben. 2011 waren 32 Prozent der untersuchten Produkte von Campylobacter befallen gewesen, 2014 bereits 54 Prozent. 2017 waren es 52 Prozent.

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